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Infos aus Freiburgs Modellstadtteil Vauban zum nachhaltigen Leben




Verkehrs-Impressionen

aus einem autoreduzierten Stadtteil



Zu Fragen der Mobilität macht man sich in Vauban viele Gedanken und erprobt neue Konzepte.

"Allez, allez Vauban" heißt eine beliebte Veranstaltung, organisiert von der Quartiersarbeit Vauban, an der sich immer viele beteiligen.
Sechs Jahre nach Bezug der ersten Häuser begann endlich der Bau der neuen Stadtbahnlinie 3 nach Vauban. Mit der Straßenbahn wird der Modellstadtteil nun komfortabel an den Öffentlichen-Personen-Nah-Verkehr angeschlossen. Davor beförderten drei Buslinien die Fahrgäste zu ihren Zielen.
Vereint beim Spatenstich zum Beginn der Bauarbeiten für die neue Stadtbahnlinie schaufeln Seit' an Seit' Staatssekretär Stefan Mappus (3. von links) und OB Dieter Salomon. BewohnerInnen waren leider nur als Zaungäste der geschlossenen Gesellschaft geladen.
Im April 2006 war es dann soweit: In einem festlichen Akt und mit Freifahrten, darunter in vielen historischen Bahnen, wurde die neue Stadtbahnlinie 3 Vauban eröffnet.
Der Raum in den Wohnstraßen wird von Kindern und umweltfreundlichen Verkehrsmitteln beansprucht.
Um an ihr Ziel zu gelangen brauchen eine Mutter und ihre vier Kinder kein Auto, denn Vauban ist fahrradfreundlich ausgebaut.
Car-Sharing dehnt sich aus
Es ist in Vauban nie weit bis zum nächsten Car-Sharing-Auto. In Kürze werden sogar mehrere offizielle Parkplätze für Car-Sharing eingerichtet. Ein Auto teilen ist eine großartige Idee. Während normale Autobesitzer viel Zeit und Nerven mit TÜV, Werkstatt, Versicherung, KFZ-Steuer, Parkplatzsuche und Autowaschen verplempern, hat der Car-Sharing-Nutzer Zeit für die schöneren Dinge im Leben. Denn die lästigen Angelegenheiten erledigt die Organisation. Und Car-Sharing ist äußerst komfortabel: Aus einer großen Flotte kann man sich immer das Auto wählen, das man gerade braucht – vom kleinen Mini bis zum großen Transporter! Im Internet ist das passende Auto schnell ausgesucht und auch gleich gebucht. Per Chipkarte entriegelt ein Lesegerät an der Windschutzscheibe die Fahrertür und per Bordcomputer gibt man noch den Code ein. Die Abrechnung kommt per eMail ins Haus.

Car-Sharing lohnt sich finanziell für alle, die bis zu rund 12.000 Kilometer im Jahr mit dem Auto unterwegs sind. Neulinge sind manchmal von den etwas höheren Kilometer-Tarifen zunächst erschrocken, haben sie gewohnheitsmäßig von früher bei den Fahrtkosten nur den Preis für den Sprit im Hinterkopf. Aber bei der Car-Sharing-Rechnung ist immer alles schon inklusive. Deshalb rechnet es sich und für die Umwelt sowieso!
Alternative zum Auto-Lieferverkehr
Der Liefer- und Serviceverkehr ist in den letzten Jahren enorm angewachsen. Eine Mitschuld haben auch neoliberale Konzepte, wie die Zerschlagung des Postmonopols. Kam früher einmal am Tag das Paketauto, sind es heute fünf oder mehr Paketdienste. Auch Fahrstuhlwartung, Pizzaservice, Krankenpflege, Handwerker, Grünpflege und viele mehr tragen mit ihren Autos zur Verkehrsbelastung bei.

Seit einigen Jahren gibt es in Vauban auch einen Lieferdienst per Fahrrad. Wie im Foto zu sehen, sind große und schwere Haushaltsgeräte kein Problem. Auch ein Umzug innerhalb des Quartiers wurde schon mithilfe des Schwerlastanhängers bewältigt.

Im Stadtteilverein Vauban bemüht man sich derzeit, wie durch innovative Ideen der Verkehr im autoreduzierten Modellstadtteil weiter zu mindern ist. Dazu strebt man an, daß auf dem Eingangsgrundstück eine Mobilitätszentrale eingerichtet wird. Dort soll auch ein Postservice integriert sein, wo zentral alle Paketdienste ihre Sendungen abgeben. Die Empfänger können dann am Schalter ihre Pakete abholen, oder sie lassen sie sich z.B. von einem Fahrrad-Lieferdienst zur Haustür bringen.

Leider ist es nicht so, daß die Verantwortlichen in der Stadt freudig erregt aufspringen und ausrufen."Ja, eine Mobilitätszentrale, das machen wir!" Wie viele andere zukunftsfähigen Ideen in Vauban, muß auch diese erst erkämpft werden. Das kann der Stadtteilverein Vauban nicht alleine. Aktive Unterstützung seitens der BewohnerInnen ist für dieses Projekt dringend notwendig.
Eingewöhnung in ein neues System
Daß es sich in Vauban so schön leben läßt, ist mit ein Verdienst des Verkehrskonzeptes Vauban, das eine deutliche Autoreduzierung mit sich bringt. Wie schwer es aber ist, in einer Autogesellschaft andere Schwerpunkte zu setzen, zeigt auch der Alltag in Vauban. Nicht alle Autobesitzer halten sich an das Konzept der stellplatzfreien und verkehrsberuhigten Wohnstraßen. Zu Lasten des Wohnumfeldes, der Fußgänger und vor allem auch der Kinder, wird das Schrittempo oft erheblich überschritten. Taxis, Müllabfuhr und Paketdienste sind allseits als Raser gefürchtet. Eigentlich ist in diesen Straßen das Befahren nur zum kurzen Be- und Entladen erlaubt. Manche sehen das aber recht locker und nutzen die freie Straße zum Langzeitparken. Nachbarschaftskonflikte können sich an diesem Problem entzünden.

Wer abends einmal die Vaubanallee entlang spaziert, kann lange Blechkolonnen beidseits des Straßenrandes begutachten. Es sind aber meist nicht Gästeautos, für die diese Parkplätze gedacht waren. Vielmehr hat es sich eingebürgert, daß laufschwache Autobesitzer ihr Gefährt lieber in Hausnähe abstellen, als es auf dem eigenen Stellplatz in einer Quartiersgarage zu parken. Das konterkariert natürlich das Verkehrskonzept, dessen fabelhafte Idee darin besteht, den Berufsverkehr aus dem Quartier fernzuhalten. Auch mehr und mehr Tiefgaragen im Zentrum des Wohngebietes holen den Verkehr nach innen, was hier aber der Stadt angelastet werden muß.
Viele Jahre lang kritisierte der Arbeitskreis Verkehr die mangelnde Unterstützung für eine Verkehrsreduzierung in Vauban seitens des Ordnungsamtes und des Gemeindevollzugsdienstes. Mittlerweile wird häufiger auf Falschparken kontrolliert. Damit es für Behinderte und Gäste auch abends mehr freie Parkplätze gibt, ist eine Parkplatzbewirtschaftung auch des nachts notwendig.

In der Solargarage wird es beispielsweise nach oben hin immer leerer, obwohl fast alle Stellplätze verkauft sind. Es braucht noch etwas Überzeugungsarbeit, bis auch der letzte beim Verkehrskonzept Vauban mitmacht.

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