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Infos aus Freiburgs Modellstadtteil Vauban zum nachhaltigen Leben



Kasernen

1937 wurden die Kasernen in der bis dalang unbesiedelten Feuchtaue des Dorfbaches errichtet. Ab 1945 wurde das militärische Gelände von der französischen Armee genutzt, die 1992 abzog. Aus dieser Epoche stammt auch der Name "Vauban", welcher auf den Militärbaumeister unter dem König Ludwig XIV zurückgeht. Nach Abzug der französischen Truppen 1992 existierten 28 große Kasernengebäude plus zahlreiche Nebengebäude.

Erste Planungen für den Modellstadtteil sahen noch vor, alle Gebäude abzureißen. Dagegen sprach sich vor allem die Bürgerbewegung aus und aus diesem Kreise wurden auch die Ideen für eine alternative Nutzung entwickelt. Schon relativ früh wurde dann entschieden, 6 Gebäude (014, 006, 015, 016, 003, 004) zu erhalten und für die Nutzung in einer Studentensiedlung umzubauen. Weitere 4 Kasernen (001, 002, 018, 019) übernahm die S.U.S.I.-Initiative und baute sie zu kostengünstigem Wohnraum um. Das Kasernengebäude 037, das heute am Marktplatz noch steht, war seitens der Stadtplanung auch zum Abriß bestimmt. Hier setzten sich Bürger und das Forum Vauban e.V. engagiert für den Erhalt ein mit dem Ziel, dort ein Stadtteilzentrum einzurichten, was nach einigen Jahren des intensiven Bemühens auch gelang.

Dann existiert noch das Gebäude 050, DIVA, das Dienstleistungszentrum Vauban in der Lise-Meitner-Straße 12, womit insgesamt 12 Kasernengebäude noch erhalten sind. Das Gebäude 049 an der Wiesentalstraße, wo heute der Kindergarten steht, wäre mit wenig Aufwand gut bewohnbar gewesen. Das Haus war bereits saniert worden und wurde als Verwaltungsgebäude genutzt. Zu vier anderen Gebäuden (052, 053, 061, 062), zwischen Paul-Klee- und Martin-Gropius-Straße gelegen, gab es Bemühungen der Initiative 'drei5viertel', die Gebäude für ein Wohnprojekt zu übernehmen. Leider haben sich Verwaltung und Politik darauf nicht eingelassen und die unterschiedlichen Interessen standen konfrontativ gegeneinander. Mit großem Polizeieinsatz wurden die zwischenzeitlich friedlich besetzten Gebäude geräumt und in der Folgezeit abgerissen. Mit Befremden hat man das Vorgehen der Stadt auf Seiten der Bewohnerschaft registriert. Der konstruktive Dialog zwischen Stadt und Bürgern, der ja bislang zu vielen guten Ergebnissen führte, hatte dadurch Risse erhalten.

Altes Kasernengebäude 061 im 3. Bauabschnitt, abgerissen im Nov. 2002. Diente bis dahin zuletzt als Asylbewerber-Unterkunft.

Für ganz andere Bewohner waren die alten Kasernengebäude ebenfalls von großem Interesse: Mauersegler und Fledermäuse! Bei den Fledermäusen konnten nach Abzug des Militärs leider keine bewohnten Quartiere mehr festgestellt werden. Bei den Mauerseglern dagegen gab es große Kolonien. Diese wurden leider mit dem Abriß von Gebäuden stark dezimiert. Die Stadtplanung ist von sich aus der Verpflichtung, Ersatzquartiere bereitzustellen, nicht nachgekommen. Erst Bürgerprotest führte zum Anbringen von vier Nistkästen an der Karoline-Kaspar-Schule. Allerdings konnte eine Besiedelung – was bei Mauerseglern ein schwieriges Unterfangen ist – bis heute nicht beobachtet werden. 2011/2012 wurde an den 6 Kasernengebäuden der Studentensiedlung eine Fassaden-Wärmedämmung angebracht. Hierbei hat man leider die Einflugschlitze unter der Dachkante versiegelt, weshalb diese Brutplätze auch entfallen sind. Beim Umbau des Stadtteilzentrums wurde auch der Dachraum umgestaltet, weshalb die Kolonie eine Sommerperiode den Brutplatz nicht besiedeln konnte. Man hat aber in Zusammenarbeit mit Ornithologen Nisträume und Einflugschlitze gestaltet. Bloß auch hier zeigt sich, daß es trotz des Abspielens von Lockrufen im Mai nicht einfach ist, daß die Mauersegler das Quartier annehmen. So sind von ursprünglich 28 Mauersegler-tauglichen Dächern heute nur noch 6 Angebote übrig geblieben.

Siehe auch den Beitrag Mauersegler schützen.

Altes Kasernengebäude 062 im 3. Bauabschnitt, abgerissen im Nov. 2002. Diente bis dahin zuletzt als Asylbewerber-Unterkunft.

Altes Kasernengebäude 050 im 3. Bauabschnitt, heute DIVA (Nov. 2002)
Die Fichten wurden gerodet. Die meisten anderen alten Bäume konnten in Vauban erhalten werden.

Im Gebäude 010 (Wiesentalstraße 50) war bis 1992 die Anwerbestelle für die Fremdenlegion untergebracht.

Das Gebäude 037, heute Stadtteilzentrum Vauban (Jun. 2001)

Ein ehemaliger französischer Soldat kam zu Besuch nach Vauban, um die Wirkstätte seiner Soldatenzeit jetzt nach dem Bau des neuen Stadtteils zu sehen. Er berichtete, daß im Gebäude 037 die Waffenkammer untergebracht war und jeden Morgen mußte er, zusammen mit seinen Kameraden, im Haus erscheinen, um die Waffen entgegen zu nehmen.

Das Stadtteilzentrum Vauban nach dem Umbau (Foto von Feb. 2008)

Zur Farbwahl des Außenanstrichs gab es eine demokratische Abstimmung unter der Bewohnerschaft. Die Solaranlage auf dem Dach ist auf Initiative von BewohnerInnen entstanden, in deren Besitz sie sich auch befindet.

Über den Fahrstuhlturm ist das Gebäude barrierefrei erreichbar. Leider fehlten die Mittel, um Treppe und Geländer auf der Plattform zu realisieren. Von oben böte sich ein schöner Rundblick über das Quartier.

Umgebautes Kasernengebäude 018 von S.U.S.I. (Feb. 2008)


Umgebautes Kasernengebäude 002 von S.U.S.I. (Dez. 2006)


Studentendorf Vauban in der umgebauten Kaserne 006, Hausnr. 150 (Jan. 2007)



Studentendorf Vauban in der umgebauten Kaserne 004, Hausnr. 164 (Aug. 2007)

Die erste und die zweite Etage des linken Gebäudeteils besteht aus der alten Kaserne 004. Das dritte und vierte Geschoß, sowie der nördliche Anbau wurden neu hinzugefügt.




Mehr Infos zum Thema Kasernen und Vauban:

www.carstensperling.de
www.lexikon-der-wehrmacht
www.vauban.de
www.hdg.de

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