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Infos aus Freiburgs Modellstadtteil Vauban zum nachhaltigen Leben



Zur Diskussion gestellt


Orientierungshilfe – Fehlanzeige!
Wird ein neuer Stadtteil angelegt, gehört es zur Planung dazu, Orientierungshilfen für die Neubewohner und Besucher anzubieten. Gerade in Vauban ist die Straßenführung unübersichtlich, denn die verschlungenen Wohnstraßen und die große Erschließungsschleife von der Vaubanallee zur Clara-Immerwahr-Straße sind nicht selbsterklärend. Im Quartiersalltag kommt es auch heute noch häufig vor, daß Ortsfremde im Stadtteil ihr Ziel ohne die Hilfe von BewohnerInnen nicht finden.

Am Anfang der Besiedelung waren die Stadtpläne in Bezug auf Vauban noch nicht aktualisiert, die Navigationsgeräte waren noch eine Ausnahme, und wer eines hatte, der konnte durchaus einmal den Hinweis hören: "Bitte biegen Sie nach links ab", wo dem Auto dann ein abgepollerter Radweg das Durchkommen verwehrte. In der Situation griffen einige Aktivisten zur Selbsthilfe und errichteten an der Ecke Marktplatz/Vaubanallee eine große Tafel mit einem Quartiersplan. Dieser verrichtete etliche Jahre gute Dienste und war vor allem dem Lieferverkehr, aber auch Besuchern eine große Hilfe.

Mit der Neugestaltung des Marktplatzes mußte die Tafel weichen und von Seiten des Stadtteilvereins Vauban wurde an die Stadtverwaltung der Wunsch herangetragen, ein praktikables Infosystem zu installieren. In Gesprächen wurde schnell klar – die Stadtverwaltung kann von sich aus keine Finanzierung anbieten und ist logistisch nicht in der Lage, Pläne und Informationen zu entwickeln. Die Quartiersarbeit Vauban und der Arbeitskreis Verkehr erklärten sich bereit, diese Aufgaben zu übernehmen. Es stand ein großer Ortstermin mit Bürgern und Vertretern aller Dienststellen an, die von Stelltafeln im öffentlichen Raum irgendwo tangiert sind: Stadtplanungsamt, Geschäftsstelle Vauban, Tiefbauamt, Ordnungsamt, Polizei, Experten zu Sicherheit und Verkehr. Bei der Begehung wurde bald deutlich, daß Standorte, wo es Sinn macht, Infotafeln aufzustellen, schnell ein Experte nachwies, daß dies dort in Rückgriff auf seine ressortspezifische Kompetenz nicht machbar sei. Am Ende bewegte man sich auf einer dritten oder vierten Kompromissebene, auf der man sich dann schließlich mit Müh und Not auf drei Standorte verständigte.

Als es später an die Realisierung des Projektes ging, wurde immer deutlicher, daß dem Bürgerverein immer mehr Verantwortung und Kosten zugeschoben wurden: Nicht nur für die Kosten der Info-Pläne und der Schaukästen, auch für die Herstellung der Fundamente, der Montage, der Wiederherstellung des Bodenbelages, für die Kosten eventueller Reparaturen und auch für die Haftung in Fragen der Sicherheit sollte der Stadtteilverein zuständig sein. Das sprengte letztlich den Rahmen dessen, was der Verein personell und finanziell in der Lage gewesen wäre, zu übernehmen.

Letztendlich hat sich die Stadtverwaltung als nicht handlungsfähig erwiesen, solch ein Projekt in Kooperation mit Bürgern umzusetzen. Jeder Behördenvertreter hat sich hinter Vorschriften verschanzt und es fehlte am Willen und am Engagement, zum Ziel zu kommen.

Einen kleinen Trost gibt es heute zumindest für alle BesitzerInnen von Kleincomputern: Vauban-im-Bild kann man sich auf den Bildschirm holen und sich dann mithilfe des Quartiersplanes und Infos zu den Örtlichkeiten im Modellstadtteil hinbewegen.

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