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Infos aus Freiburgs Modellstadtteil Vauban zum nachhaltigen Leben



Zur Diskussion gestellt


Kontorhaus – "Eine alte Schachtel" aus den 70ern?
Das Kontorhaus wurde im Jahr 2000 fertiggestellt, könnte aber vom Stil der Architektur gut ein Bau aus den 60er oder 70er Jahren sein: Klotzig, Lochfassade, Beton-Stahlbau. Gäste aus Japan haben schon gefragt, ob dies ein altes Kasernengebäude sei.

Einsatz zweifelhafter Baustoffe
Die Stadtplaner wollten im "Kontorhaus" ein "Merkzeichen" für den Modellstadtteil setzen. Das ist ihnen sicherlich gelungen, aber vielleicht anders als sie denken. Erwähnenswert Neues liegt einzig in der Wärmedämmung, mit der das Gebäude dem geforderten Niedrigenergiestandard nachkommt. Verwendung fanden auf die Fassade gesetzte Styrolschaumplatten. Wegweisend für eine nachhaltige Bauweise ist der Einsatz dieses z.B. von dem KATALYSE Institut als kanzerogen eingestuften Werkstoff sicherlich nicht.

Konzept nicht ins Umfeld integriert
Neben Baustil und Bauweise muß auch der Standort und die Wirkung auf das Umfeld betrachtet werden: Der Raum Merzhauser Straße/Vaubanallee/Paula-Modersohn-Platz ist der Hauptzugang Vaubans. Hier werden erste Eindrücke gewonnen, hier wird Orientierung verlangt. Dazu leistet das Kontorhaus eher einen Beitrag zur Irritation. Als kombiniertes Ensemble wirken Solargarage, Schule und Kontorhaus konzeptionslos. Die Planung hätte akustische Gutachten heranziehen müssen, infolge dieser Unterlassung sind heute die Defizite in irritierenden Schalleffekten spürbar, hervorgerufen vor allem durch Verkehrslärm. Der Durchlaß an der Solargarage wirkt als Windtrichter und macht den Aufenthalt zusätzlich unangenehm.

Windsperre für den Hexentäler
Stadtklimatologisch gesehen ist das ganze Ensemble eine Katastrophe. Bei der Planung eines neuen Stadtteils sollte zunächst die natürliche Belüftungsfrage geklärt werden. Wie die Freiburger Innenstadt ihren "Höllentäler" hat, so weht abends in Richtung Vauban der "Hexentäler". Das ist ein Wind, der frische kühle Luft von den westlichen Schauinslandhängen hinunter in den Stadtteil bringt. Und die wichtigste Belüftungsschneise wurde mit der Dreiergruppe zugestöpselt!

Weitere Fehler kommen hinzu
Die Gelegenheit, von den Fehlern zu lernen, wäre gegeben gewesen, aber die Stadtplanung setzt noch eins drauf: Auf dem Grundstück M1 vor dem Kontorhaus soll die Stadtbau nun ein 95 Meter langes und bis zu 5 Geschossen hohes Gebäude hinsetzen. Das pfropft nicht nur den wichtigsten Eingang Vaubans zu, auch die Reste der Belüftungsschneise werden weiter verbaut. Der offene Charakter des Raumes geht verloren, ein "Erstickungsgefühl" wird schon heute von vielen BewohnerInnen geäußert. Tatsächlich ist mit 122 Menschen auf einen Hektar bebaute Fläche Vauban das am dichtesten bebaute Areal Freiburgs (Freiburg im Schnitt: 48, Rieselfeld: 86).

Womit soll man sich trösten? Daß die Gletscher der nächsten Eiszeit die ganzen Fehlplanungen korrigieren werden, oder daß Neubauten heutzutage eine Lebenszeit von nur noch 20 bis 50 Jahre haben?

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