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Infos aus Freiburgs Modellstadtteil Vauban zum nachhaltigen Leben

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Bürgervereine in Vauban

Das Forum Vauban wird gegründet
Nach dem Abzug der französischen Armee aus Vauban engagierten sich verschiedene Bürger zu der Frage der künftigen Nutzung des Areals. Aus dieser Gruppe heraus wurde 1994 das Forum Vauban e.V. als erster Bürgerverein Vaubans gegründet. Schon ein Jahr später konnte der Verein die Übertragung der Koordination zur „Erweiterten Bürgerbeteiligung“ durch die Stadt Freiburg als ersten Erfolg verbuchen. In der Praxis war das Forum Vauban lange Zeit Ansprechpartner für Interessierte, die in Vauban in einer Baugruppe Wohnraum schaffen wollten. Arbeitsgruppen entstanden zu den Themen Energie, Verkehr, Baugruppen und Frauen. Auch der Kinderabenteuerhof war eine Idee der ersten Stunde. Ziel der Arbeitsgruppen war ein sozial-ökologisches Gesamtkonzept für den neuen Modellstadtteil zu entwickeln. Neben ehrenamtlchen MitarbeiterInnen gab es auch ein Büro mit hauptamtlichen Kräften. Das Forum Vauban erhielt eine institutionelle Förderung von der Stadt Freiburg, Zuschüsse von der EU-Umweltprogramm LIFE+. Mit letzterem wurden u.a. Solarenergieprojekte im Quartier bezuschußt.

BürgerInnen entscheiden mit
Das Forum Vauban konnte als Träger der Bürgerbeteiligung viele Grundsatzentscheidungen und Weichenstellungen im Sinne der BewohnerInnen beeinflussen, wie z.B. beim Verkehrskonzept Vauban. In der Gemeinderätlichen Arbeitsgruppe Vauban (GRAG) konnte das Forum einen Vertreter entsenden. In der GRAG wurden die Festlegungen des Bebauungsplanes ausgearbeitet und über die Eignung einzelner Bauprojekte entschieden. Die Beschlüsse der GRAG gingen danach zur Abstimmung in den Gemeinderat.

Den Informationsfluß zu den BewohnerInnen sicherte ab 1996 das Magazin 'vauban-actuel', das kostenlos an alle Haushalte bis heute ausgeliefert wird. Mit dem weiteren Baufortschritt veränderte sich auch die Aufgabenstellung des Forum Vaubans: Die Anwerbung von neuen BewohnerInnen trat zurück, die Baugruppenberatung ebbte langsam ab und hinzu trat die soziale Gemeinwesenarbeit. Mit dem Titel 'Quartiersarbeit Vauban' hatte sie die Aufgabe, die Integration in den neuen Stadtteil zu fördern, bei eventuell auftretenden Konflikten zu vermitteln, sowie für das kulturelle und soziale Leben im Quartier Akzente zu setzen.

Forum Vauban im Konflikt
Im Jahr 2004 gab es einen Konflikt zwischen der EU und dem Forum Vauban über die Verwendung der Fördermittel aus dem LIFE-Programm. Strittig war eine Abänderung bei den geförderten Projekten, die zwar mündlich, aber nicht schriftlich mit der Brüsseler Behörde vereinbart war. Jahre später wußten neue Mitarbeiter nichts mehr von Vereinbarungen und forderten Rückzahlungen ein. In der gerichtlichen Auseinandersetzung sah sich das Forum Vauban dann mit finanziellen Forderungen konfrontiert, die es nicht leisten konnte. Der Verein ging in die Insolvenz und wurde aufgelöst.
Am Pizzaofen

Stadtteilverein Vauban auch aktiv am Pizzaofen
Neue Aufgaben für einen Bürgerverein
Gleichzeitig wurde in Vauban eine Diskussion fortgeführt, wie in Zukunft die BürgerInnen nach außen vertreten werden sollen. Es gab Vorschläge, neben einem Bürgerverein auch einen gewählten 'Quartiersrat' zu installieren. Diese Strukturen müßten aber erst geschaffen und ihre Anerkennung durch die politischen Gremien der Stadt erst noch ergekämpft werden. Die Frage des Quartiersrates wurde im weiteren Verlauf der Diskussion zurückgestellt, da die Kräfte, die solch eine große Aufgabe stemmen müßten, derzeit nicht in verfügbarer Zahl und mit entsprechendem Engagement zur Verfügung standen.

Stadtteilverein Vauban e.V. wird neuer Bürgerverein
BewohnerInnen, die aber weiterhin einen aktiven Bürgerverein in Vauban sehen wollten, gründeten im Jahr 2005 den Stadtteilverein Vauban e.V. Oberflächlich betrachtet könnte man eventuell meinen, mit der Fertigstellung des Modellstadtteiles wäre bürgerschaftliches Engagement obsolet. Der kommunale Alltag belehrt uns aber eines Besseren. Viele Probleme sind noch ungelöst, neue kommen hinzu und weiterhin werden viele Entscheidungen in der Stadt gefällt, ohne daß die BewohnerInnen als Betroffene gefragt werden. Beispielsweise hat die Planung das Thema 'Jugendliche' in Vauban ausgeklammert, entgegen der Philosophie des Verkehrskonzeptes Vauban wurden viele Gebäude mit Tiefgaragen genehmigt und bei der Eingangsgestaltung des Stadtteiles verweigerten Gemeinderat und Oberbürgermeister hartnäckig die Bürgerbeteiligung. Deshalb ist der Rückhalt der BewohnerInnen für den Stadtteilverein Vauban so wichtig. Nur so sind die Erfolge bei der Realisierung des Verkehrskonzepts Vauban, des Marktplatzes und des Stadtteilzentrums möglich gewesen. Die BürgerInnen Vaubans haben die Möglichkeit, das Gesicht ihres Stadtteiles mitzugestalten. Dafür bietet der Stadtteilverein eine Plattform: Arbeitskreise, Quartiersversammlungen, Workshops, Mitgliederversammlung und regelmäßige Vorstandssitzungen. Je mehr BewohnerInnen durch eine Mitgliedschaft den Verein unterstützen, mit desto mehr Elan und Gewicht kann sich der Stadtteilverein für die Sache der BürgerInnen Vaubans einsetzen.

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